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Sehnen

Die Sehnen sind die Kraftübermittler der Muskeln. Was Achilles schon zum Verhängnis wurde, kann auch an der Hand vorkommen: vom Sehnenriss bis zur Überbelastung mit schnappendem Finger können multiple Erkrankungen entstehen. Die Eingriffe können von der komplexen mehrzeitigen Rekonstruktion bis hin zur einfachen Entlastung bei Fingerschnappen reichen.

 

Welche Sehnenprobleme gibt es?

Die 33 Muskeln welche an der Bewegung der Hand beteiligt sind haben mindestens eine Sehne welche in der Hand ihre Funktion vollbringt. Prinzipiell kann jede Sehne entweder erkrankt oder verletzt sein. Typische Sehnensprobleme sind Sehnenscheidenentzündungen (Tendovaginitis), welche stark schmerzhaft sind oder wie bei den Beugesehnen zu Schnappphänomenen führen können (Schnappfinger/Trigger Finger). Solche Entzündungen sind oft ein Ausdruck einer gewissen Überbelastung/Überbeanspruchung. Sehnen können auch im Rahmen von Schnittverletzungen oder bei sportlichen Aktivitäten reissen, respektive gezerrt werden. In der Regel bedürfen dann diese Verletzungen einer operativen Therapie. Aufgrund der hohen Funktionalität der Hand machen sich diese Erkrankung und Verletzungen schnell bemerkbar und führen so zu erheblichen Funktionseinbussen bis hin zum kompletten Funktionsausfall einzelner oder mehrerer Finger. Bei Ansatztendinosen (Epicondylitis) sind die Ursprünge der langen Unterarmmuskulatur im Bereich des Ellbogens entzündet und führen so zu ausgeprägten Beschwerden bis in die Hand.

Bei welchen Sehnenproblemen ist eine Operation notwendig?

Sind Sehnen verletzt oder gerissen, ist in der Regel eine Operation unumgänglich. Hier reichen die Eingriffe von der direkten Naht bis hin zur komplexen mehrzeitigen Rekonstruktion. Bei Schnappfingern kann in der Regel zuerst ein nichtoperatives Vorgehen mittels Injektionen und handtherapeutischen Massnahmen eingeschlagen werden. Halten die Probleme an, ist eine Operation empfohlen. Bei einem Tennis- oder Golferellbogen (Epicondylitis) sollte das konservative Repertoire unbedingt ausgeschöpft werden, bevor eine Operation angeraten wird. Hier kann auch eine Therapie mittels PRP (Platelet Rich Plasma) Linderung verschaffen. Ist eine Sehne gerissen hilft in fast allen Fällen nur noch eine Operation. Manchmal sind auch mehrere Operationen zur komplexen Rekonstruktionen von Sehnen nach Unfällen notwendig.

Bin ich der richtige Kandidat für eine Operation?

Wenn bereits die nichtoperativen Möglichkeiten komplett ausgeschöpft wurden, und die Beschwerden anhalten ist die Operation in der Regel die definitive Lösung. Wie solche Eingriffe aussehen hängt von der Art der Beschwerden ab. Bei Patienten mit Schnappfingern welche trotz der erfolgten Infiltration noch Restbeschwerden haben, ist die operative Spaltung der Ringbänder das Mittel der Wahl. Bei anhaltenden Schmerzen bei Tendovaginitis de Quervain kann eine Erweiterungsplastik im Bereich der Strecksehnen eine definitive Lösung darstellen. Sind alte oder frische Sehnenverletzungen vorhanden hilft in der Regel nur ein operatives Vorgehen.

Was kann ich erwarten?

Das Ergebnis ist wiederum von der Diagnose und der Therapie abhängig. Bei operativer Durchtrennung der Ringbänder sind gute bis sehr gute Ergebnisse in der Regel zu erwarten. Die Patienten sind häufig bereits wenige Tage bis Wochen komplett beschwerdefrei. Sind Sehnen durchtrennt, werden die Sehnen genäht und das postoperative Prozedere inklusive handtherapeutischer Beübung relativ komplex. Hier sind die Endresultate gut, sofern das postoperative Regime gut befolgt wird. Hier ist eine enge handtherapeutische Begleitung unabdingbar.

Was geischieht in der Sprechstunde?

Im Rahmen des Erstgespräches werden wir versuchen die Diagnose zu stellen. Hier ist das Gespräch hinsichtlich der Beschwerden und die Untersuchung massgeblich. Bildgebungen kommen bei speziellen Fragestellungen zum Einsatz. In der Regel mittels Ultraschalluntersuchung oder MRI. Der Behandlungsplan wird zusammen erarbeitet und allfällige Operationen werden vorbesprochen.

Wie verläuft die Operation?

In Abhängigkeit der Diagnose wird der operative Eingriff geplant. Durchtrennungen der Ringsbänder und Erweiterungsplastiken erfolgen ambulant in unserem zertifizierten Operationssaal. Sollten komplexe Sehneneingriffe wie Sehnenstransplantationen angezeigt sein, kann unter Umständen ein stationärer Aufenthalt notwendig werden. Bei kurzen, auf die Hand limitierten Eingriffen, sind regionalanästhetische Verfahren möglich.

 

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Da jeder noch so kleine Eingriff ein gewisses Komplikationsrisiko in sich birgt, sollten gewisse Massnahmen beachtet werden. Die ersten Tage werden Sie normale zeitgerechte Schmerzen verspüren, die mit Schmerzmitteln gut zu lindern sind. Bei grösseren Operationen sind stationäre Aufenthalte möglich. Es erfolgen regelmässige Wundkontrollen um eine sichere Wundheilung zu ermöglichen. Je nach betroffener anatomischer Region ist eine Ruhigstellung zudem erforderlich. Eine handtherapeutische Begleitung zur Mobilisation kann ebenfalls angezeigt sein. Allen Nachbehandlungen ist das Ziel der möglichst frühen Bewegungen bei grosser Sicherheit und Schmerzfreiheit gemein. Die Nachbehandlung wird bereits im Erstgespräch angesprochen, so dass Sie die postoperative Phase auch bereits planen können und allfällige Hilfen für den Alltag und Arbeitsunfähigkeit organisiert werden können.

 

Wie sind die Risiken?

Jeder noch so kleine Eingriff birgt ein gewisses Komplikationsrisiko, da eine Operation im weitesten Sinne immer zu Verletzungen von Gewebe führt. Eine Komplikation tritt nicht zwingend aufgrund eines Fehlers auf. Vielmehr reagiert der menschliche Körper individuell und hat gewisse Neigungen zu Komplikationen. Dabei dient das klärende Erstgespräch solche Neigungen anzusprechen und entsprechende Vorsichtsmassnahmen zu treffen.

Risiken, die bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen

  • Nachblutungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Infektionen
  • überschiessende Narben
  • Thrombosen
  • Embolien

Spezifische Risiken sind bei Sehneneingriffen abhängig von der Diagnose und Lokalisation der Operation. Gerne beraten wir Sie spezifisch im Rahmen der Operationsaufklärung.

Möchten Sie mehr erfahren?

Haben Sie den Eindruck Sie hätten einen Schnappfinger oder wurde sonst ein Sehnenproblem diagnostiziert?

Da der Schnappfinger eine der häufigsten Erkrankungen im Bereich der Hand ist, sind vielen nicht medizinisch vorgebildeten Personen die Symptome bekannt. Nicht immer tritt das typischen Schnappen auf, vielmehr präsentieren sich eher Schmerzen bei Beugung. Bei Golfer-oder Tennisellbogen treten starke stechende Schmerzen bei Beugung oder Streckung des Handgelenkes auf. Häufig sind diese Probleme bereits länger bestehend und es wurden verschiedene Therapien mit mehr oder weniger Erfolg durchgeführt.

Gerne beraten wir Sie im Rahmen eines Erstgespräches auf Überweisung durch den Hausarzt oder direkt bei uns. Bitte beachten Sie, ob Sie in einem HMO oder sonstigen Hausarztmodell sind und informieren Sie Ihren Hausarzt.  Im Rahmen des Erstgespräches werden wir die Diagnose zusammen erarbeiten und gegebenenfalls erste therapeutische Schritte einleiten. Eine Operation wird immer später erfolgen und sollte gut abgewogen werden.

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