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Bänder

Als mobile anatomische Elemente der Gelenke sind Bänder essentiell am Bewegungsapparat beteiligt. Dabei müssen Sie trotz guter Mobilität in gewissen Gelenkspositionen Stabilität geben. Bei diesen komplexen Anforderungen sind entsprechende Überbelastungen und Risse keine Seltenheit.

Welche Bandprobleme gibt es?

Prinzipiell kann jedes Band reissen oder eine chronische Instabilität aufweisen. Aufgrund der komplexen Anatomie lässt sich diese Frage nicht abschliessend beantworten. Da gewisse Bänder eine ausgesprochene Exposition gegenüber Unfällen und über Belastungen haben gibt es typische Band Probleme an der Hand. Beim Skidaumen kommt es aufgrund einer bestimmten Verletzung zum Riss des ellenseitig gelegenen Bandes des Daumens. Starke Schmerzen und in der Folge Instabilität treten auf. Bandverletzungen an Fingergelenken sind bei Kontaktsportarten wie Handball und Basketball häufig. Bei Verletzungen mit hoher Krafteinwirkungen (Verkehrsunfall, Sturz aus grosser Höhe) treten ebenfalls typische Brandverletzungen auf (SL: Scapholunäres Band).

 

Wann ist eine Operation notwendig?

Eine Operation ist notwendig, wenn die Bandenden nicht korrekt aufeinander stehen. Bei der sogenannten Stener-Läsion (Durchtrennung des ellenseitigen Daumenbandes und Unterschlagen unter die Sehnenplatte) haben die Bänder keinen Kontakt und können so nicht in korrekter Stellung verheilen. Dann ist eine Operation unumgänglich um eine zukünftige Instabilität oder gar Arthrosen zu verhindern. Bei komplexen Handgelenksverletzungen mit entsprechender Ruptur der Bänder sind häufig ebenfalls Operationen angezeigt um keine zukünftigen Instabilitäten und Arthrosen zu begünstigen. Bei Brandverletzungen an den Fingergelenken sind nur in wenigen Fällen operative Eingriffe notwendig.

 

Bandriss bei Skidaumen

Bin ich der richtige Kandidat für eine Operation?

Wenn bei Ihnen im Rahmen eines Unfalles oder nach mehreren Unfällen entsprechende Bandprobleme vermutet wurden oder gar eine Verdachtsdiagnose gestellt wurde, kann eine Operation notwendig sein. Dies hängt wiederum vom betroffenen Band und dem Verletzungsausmass ab. Hier kann keine allgemeingültige Aussage gemacht werden. In gewissen Fällen ist eine Bildgebung mittels Ultraschall oder MRI notwendig, um das Ausmass der Verletzung zu objektivieren und entsprechende Therapieempfehlungen abzugeben. Unter Umständen reicht eine Ruhigstellung mittels speziell angefertigten Schienen für eine vorgegebene Zeit um das Band in korrekter Stellung zur Abheilung zu bringen.

 

Was kann ich erwarten?

Das Ergebnis ist wiederum von der Diagnose und der Therapie abhängig. Bei der operativen Direktnaht der Bänder ist nach entsprechender Abheilung ein gutes bis sehr gutes Resultat zu erwarten. Die Schmerzen halten häufig relativ lange an. Der lange Verlauf wird durch die schlechte Durchblutung der entsprechenden Bandstrukturen erklärt. Bei speziellen Bandverletzungen (Scapholunäres Band) sind verschiedene Operationstechniken beschrieben was die nicht immer zufriedenstellenden Resultate nach Operationen widerspiegelt. Individuelle Vorerkrankungen oder Voroperationen beeinflussen das Endresultat unter Umständen massgeblich.

Was geschieht in der Sprechstunde?

Im Rahmen des Erstgespräches werden wir versuchen die Diagnose zu stellen. Hier ist das Gespräch hinsichtlich der Beschwerden und die Untersuchung massgeblich. Bildgebungen kommen bei speziellen Fragestellungen zum Einsatz. In der Regel mittels Ultraschalluntersuchung oder MRI. Es erfolgt in jedem Fall eine ausführliche Aufklärung des geplanten Eingriffs oder der konservativen Therapie.

Wie verläuft die Operation?

In Abhängigkeit der Diagnose wird der operative Eingriff geplant. Eine einfache Direktnaht der Bänder im Finger- und Daumenbereich kann mit örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt werden. Bei grossen Bandverletzung im Bereich des Handgelenkes oder des distalen Radio-Ulnar Gelenks, sind aufgrund der Grösse der verletzten Strukturen meist stationäre Aufenthalte angezeigt. Manchmal können die Bandstrukturen nicht mehr direkt genäht werden. Dann kommen komplexe Rekonstruktionen zum Zug, bei denen Sehnentransplantate oder Fremdmaterial als Ersatz infrage kommen. In jedem Fall sind wir versucht, die Eingriffe so einfach wie möglich zu halten, so dass keine zusätzlichen und unnötigen Vernarbungen entstehen.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Da jeder noch so kleine Eingriff ein gewisses Komplikationsrisiko in sich birgt, sollten gewisse Massnahmen beachtet werden. Die ersten Tage werden Sie normale zeitgerechte Schmerzen verspüren, die mit Schmerzmitteln gut zu lindern sind. Bei grösseren Operationen sind stationäre Aufenthalte möglich. Es erfolgen regelmässige Wundkontrollen um eine sichere Wundheilung zu ermöglichen. Je nach betroffener anatomischer Region ist eine Ruhigstellung zudem erforderlich. Eine handtherapeutische Begleitung zur Mobilisation kann ebenfalls angezeigt sein. Allen Nachbehandlungen ist das Ziel der möglichst frühen Bewegungen bei grosser Sicherheit und Schmerzfreiheit gemein. Die Nachbehandlung wird bereits im Erstgespräch angesprochen, so dass Sie die postoperative Phase auch bereits planen können und allfällige Hilfen für den Alltag und Arbeitsunfähigkeit organisiert werden können.

 

Was sind die Risiken?

Jeder noch so kleine Eingriff birgt ein gewisses Komplikationsrisiko, da eine Operation im weitesten Sinne immer zu Verletzungen von Gewebe führt. Eine Komplikation tritt nicht zwingend aufgrund eines Fehlers auf. Vielmehr reagiert der menschliche Körper individuell und hat gewisse Neigungen zu Komplikationen. Dabei dient das klärende Erstgespräch solche Neigungen anzusprechen und entsprechende Vorsichtsmassnahmen zu treffen.

Risiken, die bei jedem chirurgischen Eingriff bestehen

  • Nachblutungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Infektionen
  • überschiessende Narben
  • Thrombosen
  • Embolien

Spezifische Risiken sind bei Bandverletzungen abhängig von der Diagnose und Lokalisation der Operation. Gerne beraten wir Sie spezifisch im Rahmen der Operationsaufklärung.

 

 

 

 

 

Wollen Sie mehr erfahren?

Haben Sie den Eindruck Sie hätten ein Instabilitätsgefühl oder wurde bereits eine Diagnose wie Skidaumen oder sonstige Bandverletzungen gestellt?

Der Skidaumen ist eine häufige Verletzung im Bereich der Hand. Aufgrund des Namens ist der häufig auch nicht medizinisch vorgebildeten Personen bekannt. Typisch ist hier die Instabilität des Daumens, was beim Greifen von alltäglichen Gegenständen wie einer PET-Flasche zu unangenehmen Schmerzen und schlechter Funktion führt. Bei Sportverletzungen sind Bandverletzungen an der Hand typisch und werden anfangs oft unterschätzt.  Um Folgeschäden zu vermeiden, ist hier eine gründliche Abklärung und Diagnosestellung unumgänglich. Gerne beraten wir Sie im Rahmen eines Erstgespräches auf Überweisung durch den Hausarzt oder direkt bei uns. Bitte beachten Sie, ob Sie in einem HMO oder sonstigen Hausarztmodell sind und informieren Sie Ihren Hausarzt.  Im Rahmen des Erstgespräches werden wir die Diagnose zusammen erarbeiten und gegebenenfalls erste therapeutische Schritte einleiten. Eine Operation wird immer später erfolgen und sollte gut abgewogen werden.

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