Behandlungen | Hand | Dupuytren

Dupuytren

Was sich komplex anhört ist eine bereits seit beinahe 200 Jahren bekannte Erkrankung der Hand. Der Name geht auf den Beschreiber Baron Guillaume Dupuytren zurück. Dabei krümmt sich die Bindegewebsschicht zwischen der Haut und den Sehnen aus nicht restlos geklärten Gründen, was zur erheblichen Bewegungseinschränkungen führt. Eine familiäre Häufung ist beschrieben. Weiter gibt es eine Häufung bei Diabetes sowie bei gewissen Lebererkrankungen. Am Anfang treten knotige, schmerzlose Veränderungen in der Hohlhand auf. Da die Erkrankung nicht sehr häufig ist, werden die Veränderungen als Schwielen interpretiert. In diesem Stadium ist in der Regel keine Behandlung notwendig. Im Verlauf krümmt sich der betroffene Finger zunehmends, so dass keine volle Streckung mehr möglich ist.  Bei schweren Verläufen kommt es zur kombinierten Einschränkung der Mittel- und Grundgelenke.

Wie kann behandelt werden?

Da die Erkrankung in der Regel schmerzfrei ist und die Ursache nicht ganz geklärt ist, steht die funktionelle Behandlung im Vordergrund. Dabei muss der einschränkende Strang entweder mechanisch oder medikamentös durchtrennt werden. Bei der Nadelfasziotomie wird durch Einstiche der Strang geschwächt, so dass der Finger wieder gestreckt werden kann. Nachteil bei dieser Technik ist, dass das Wiederauftreten der Krümmung relativ schnell eintritt. Bei der Operation (Selektive Fasziektomie) wird der Strang im betroffenen Anteil entfernt. Dies ist wesentlich invasiver, hat aber den Vorteil, dass das Wiederauftreten deutlich später oder nicht auftritt. Bei der dritten Technik, der Injektion mit Xiapex (reg).,werden Anteile des Strangs aufgelöst und so Sollbruchstellen geschaffen, welche nach 24h eine Streckung des Strangs und so des Fingers ermöglichen.

Bin ich ein Kandidat für eine Spritze oder muss operiert werden?

Je stärker der Finger gebeugt ist, desto komplexer ist der durchführende Eingriff. Prinzipiell sind alle Techniken anwendbar. Bei geringen Kontrakturen (Beugestellung) können die weniger einschneidenden, nicht operativen Techniken wie Xiapexbehandlung und Nadelfasiziotomie angewendet werden. Bei schweren Befunden sind häufig die Gelenke selber ebenfalls betroffen, was dann mit einer reinen Injektionsbehandlung nicht angegangen werden kann. Hier ist die Operation das Mittel der Wahl. Abschliessend kann nur im Rahmen der Sprechstunde mit dem Patienten zusammen entschieden werden, welche Technik angewendet wird.

Finger in zunehmender Beugestellung

Was kann ich erwarten?

Die Dupuytren Erkrankung kann im engeren Sinn nicht geheilt werden. Der Fokus der Behandlung liegt auf der Korrektur der Bewegungeinschränkung. Bei sehr komplexen Fällen mit mehreren Voreingriffen ist unter Umständen eine komplette Streckung nicht möglich. Aufgrund der breiten Therapiemöglichkeiten haben wir aber ein gutes Instrumentarium zur erfolgreichen Behandlung. Es ist uns ein Anliegen die zu erwartenden Resultate in unserer Sprechstunde genau anzusprechen, bevor Therapien angewendet werden.

Was geschieht in der Sprechstunde?

Im Rahmen der Erstgesprächs werden wir die Diagnose bestätigen der neu stellen. Dabei kommen neben dem Gespräch und der Untersuchung selten Bildgebungen zum Einsatz. Magnetresonanzuntersuchungen oder ähnlich komplexe Untersuchungen sind nicht notwendig oder zielführend. Je nach Ausmass der Kontraktur werden wir einen Behandlungsplan erarbeiten welcher nach der Operation/Intervention Handtherapie lokale Massnahmen beinhaltet. Eine Injektion/Operation wird später durchgeführt.

Wie verläuft die Operation?

In Abhängigkeit der Ausdehnung der Erkrankung ist das Operationsgebiet entsprechend gross. Bei Erstmanifestation und nur ein Finger betroffen ist, kann in der Regel ein Eingriff ohne Vollnarkose und ambulant durchgeführt werden. Die Eingriffe dauern je nach Gelenkregion und angewendeter Technik zwischen 45 und 90 Minuten. Manchmal sind zusätzliche Weichteilkorrekturen oder Gelenkstreckungen (Arthrolysen) notwendig. Die genaue Operationstechnik welche zum Einsatz kommt, werden wir anhand von anatomischen Skizzen in der Sprechstunde besprechen.

Wie wird gespritzt?

Die Injektionstherapie mit Xiapex erfolgt in zwei Sitzungen. In der ersten Sitzung wird das Medikament eingespritzt und nach frühestens 24 h in einer zweiten Sitzung der Finger und lokaler Betäubung gestreckt. Bei ausgedehnten Fällen kann es zu Hautrissen und Blutergüssen kommen, welche jedoch gut behandelbar sind.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Da jeder noch so kleine Eingriff ein gewisses Komplikationsrisiko in sich birgt, sollten gewisse Massnahmen beachtet werden. Die ersten Tage werden Sie normale zeitgerechte Schmerzen verspüren, die mit Schmerzmitteln gut zu lindern sind. Eine Ruhigstellung mittels Schienen, welche nur in der Nacht getragen werden erfolgt über 4-6 Wochen. Ambulante Wundkontrollen werden in Abhängigkeit des Ausmass durchgeführt. Bereits in den ersten Tagen wird eine handtherapeutische Begleitung eingeleitet. Die Nachbehandlungen hat das Ziel eine frühe volle Bewegung bei grosser Sicherheit und Schmerzfreiheit zu ermöglichen. Die Nachbehandlung wird bereits im Erstgespräch angesprochen, so dass Sie die postoperative Phase auch bereits planen können und allfällige Hilfen für den Alltag und Arbeitsunfähigkeit organisiert werden können.

Was sind die Risiken?

Jeder noch so kleine Eingriff birgt ein gewisses Komplikationsrisiko, da eine Operation oder Intervention im weitesten Sinne immer zu Verletzungen von Gewebe führt. Eine Komplikation tritt nicht zwingend aufgrund eines Fehlers auf. Vielmehr reagiert der menschliche Körper individuell und hat gewisse Neigungen zu Komplikationen. Dabei dient das klärende Erstgespräch solche Veranlagungen und persönliche Risikofaktoren anzusprechen und entsprechende Vorsichtsmassnahmen zu treffen.

Allgemeine Risiken:

  • Nachblutungen
  • Wundheilungsstörungen
  • Infektionen
  • überschiessende Narben
  • Thrombosen und Embolien.

Spezifische Risiken bei der Dupuytrenschen Erkrankung:

  • Nerven- oder Sehnenverletzungen
  • Blutergüsse und Wundheilungsstörungen treten aufgrund der Ausdehnung häufiger als bei anderen Operationen auf.
  • Das Wiederauftreten der Kontraktur steht in Abhängigkeit mit der gewählten Technik, der persönlichen Veranlagung und dem Ausmass.

Wollen Sie mehr erfahren?

Haben Sie den Eindruck Sie hätten eine Dupuytrensche Erkrankung oder wurde bereits eine Diagnose gestellt?

Gerne beraten wir Sie im Rahmen eines Erstgespräches auf Überweisung durch den Hausarzt oder direkt bei uns. Bitte beachten Sie, ob Sie in einem HMO oder sonstigen Hausarztmodell sind und informieren Sie Ihren Hausarzt.  Im Rahmen des Erstgespräches werden wir die Diagnose zusammen erarbeiten und die geeignete Therapieform einleiten. Eine Operation wird immer später erfolgen und sollte gut abgewogen werden.

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